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03.04.2025 | 19:30 Uhr

Language of Survival. Artist Talk: Dana Kavelina im Gespräch mit Asia Bazdyrieva

03.04.2025 19:30
Language of Survival
Artist Talk: Dana Kavelina im Gespräch mit Asia Bazdyrieva

Im Rahmen der Ausstellung Dana Kavelina. Just Landscape

Der jüngste Film von Dana Kavelina Just Landscape verschränkt Geschichte und Wiederkehr miteinander – so als wäre die Zeit selbst in einem endlosen Reim gefangen. Im Mittelpunkt des Films steht ein jiddisches Lied über den Hunger, das während des Ersten Weltkriegs in Polen geschrieben und gesungen wurde.  Das Lied verwendet die Metapher des Windes als eine zerstörerische Kraft, die Dächer, Vögel, Ernten und Bäume fortbläst und eine Landschaft der Verwüstung hinterlässt. Während des Holocausts kam es wieder zum Vorschein und erhielt eine neue Bedeutung als Ausdruck von Leid und Verlust – als ein Echo einer sich wiederholenden Katastrophe. In Just Landscape dient das Lied als akustischer und emotionaler Anker, der mit den Themen Vertreibung, Krieg und Überleben resoniert.

Dana Kavelina (*1995 in Melitopol, Ukraine) ist eine Künstlerin und Filmemacherin. Sie arbeitet mit Text, Malerei, Grafik, Video und Installation und produziert Animationsfilme, in denen sie sich mit persönlichen und historischen Traumata, Verletzlichkeit und der Wahrnehmung von Krieg außerhalb der gängigen Narrative auseinandersetzt. Ihre Werke wurden im Kmytiv-Museum, im Closer Art Center, Kyjiw, und im Sacharow-Zentrum, Moskau, gezeigt. Sie erhielt Preise beim Odesa International Film Festival und beim Internationalen Trickfilmfestival KROK.

Asia Bazdyrieva (*1986 in Svitlodarsk/Ukraine) ist Wissenschaftlerin und Autorin mit einem Hintergrund in Kunstgeschichte und analytischer Chemie. Ihr Hauptinteresse gilt der Beziehung zwischen den Naturwissenschaften und ihren scheinbar neutralen Techniken sowie der Produktion von Vorstellungen, die soziale Schichten überspannen und gleichzeitig die Politik und Poetik der Erde prägen. Von 2018-2022 war sie Mitautorin von „Geocinema“, einem Gemeinschaftsprojekt, das die Infrastrukturen für die Erdbeobachtung als koproduzierende Formen des Kinos untersucht. 2015-2017 war Bazdyrieva Fulbright-Stipendiatin an der City University of New York und 2018-2019 Digital Earth Fellow; außerdem war sie Forschungsstipendiatin an der Bauhaus-Universität Weimar. Derzeit promoviert sie an der Universität für angewandte Kunst Wien und ist Mitglied im Beirat des Festivals transmediale in Berlin.