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Eröffnung: Fr, 02.10.2026 | 20 Uhr
Großer Saal
03.10.2026 - 22.11.2026

HER. Jahresausstellung 2026

ERÖFFNUNG:
02. Oktober, 20:00 Uhr 
21:00 Uhr Performance von Julian Siffert

03. OKtober , 19:00 Uhr und 21:00 Uhr
Ausstellungsführung im Rahmen der Langen Nacht der Museen


Die jährliche Mitgliederausstellung wird von der in Wien ansässigen Kuratorin und Autorin Attilia Fattori Franchini kuratiert, die unter dem Titel HER eine thematische Gruppenausstellung entwickelt.

Die jährliche Mitgliederausstellung HER des Salzburger Kunstvereins 2026 hinterfragt die Rolle der Technologie bei der Gestaltung und Definition unseres Selbstverständnisses sowie unserer Beziehungen zu anderen. Dabei zeichnet sie ein Bild des Menschen als unvollkommenes, imaginäres, sinnlich orientiertes und verkörpertes Wesen, das zugleich aber auch als Akteur und Komplize von Macht und ihren Strukturen agiert.

Spike Jonzes Techno-Drama Her (2013) schildert eine Liebesgeschichte zwischen einem Mann und seinem Betriebssystem. Angesiedelt in einer nahen Zukunft fängt der Film den techno-optimistischen Geist der Obama-Ära vielleicht besser ein als jedes andere Werk. Heute wirkt er wie eine Zeitkapsel: ein Archiv von Fortschrittsträumen, die inzwischen beinahe naiv erscheinen.

In einem utopischen Los Angeles der nahen Zukunft angesiedelt – einer urbanen Landschaft ohne Waldbrände, restriktive Migrationspolitik oder wirtschaftliche Krisen – gehört der Film zu den ersten Darstellungen von KI als intimem, charmantem Begleiter. Unbeantwortet bleiben dabei Fragen danach, wie diese Technologien entstehen, für wen sie entwickelt werden und welche Vorurteile sie reproduzieren. Wie der Titel schon andeutet, zeigt Her die Objektivierung von Zuneigung und legt zugleich das anhaltende Begehren von Maschinen offen, emotional intelligent zu sein.

Die Ausstellung HER widmet sich der Faszination für das Menschliche – für das Berühren, Fühlen, Verkörpern, Aufschieben, Campen, Dichten, Zögern, Verlieren, Verzweifeln – und stellt sich damit gegen algorithmisch gesteuerte Strukturen und maschinelle Vermittlung. Gleichzeitig beobachtet sie, wie diese Technologien Informationen zugänglich gemacht haben und sichtbar wird, wie familiäre Bindungen, Eigentumsverhältnisse, staatliche und institutionelle Verfahren die Bedingungen für Sichtbarkeit, Möglichkeiten und Zugang bestimmen.

Künstler:innen: Philippe Batka, Jakob Buchner, Christine Erlanger, Renate Hausenblas, Sarah Mühlbacher, Maria Nalbantova, Wisrah C. V. da R. Celestino, Julian Siffert

Kuratiert von Attilia Fattori Franchini

Attilia Fattori Franchini (*1983, Pesaro, Italien) ist eine unabhängige Kuratorin und Autorin mit Sitz in Wien, Österreich. Ihre Praxis entwickelt unterstützende Werkzeuge für ephemere Praktiken, mit Fokus auf die Schaffung experimenteller und nachhaltiger Kontexte für künstlerische Produktion und Präsentation. Sie ist Gastprofessorin für Kuratorische Praxis an der Kunstuniversität Linz (2025−2026), Direktorin des curated by Festivals, Gründerin und Direktorin des KUNSTVEREIN GARTENHAUS in Wien sowie Gründerin und Herausgeberin des Verlags Wild Seeds, der sich den Schriften von Künstler:innen widmet.

Fattori Franchini hat das BMW Open Work by Frieze Kommissionsprogramm (2017−2023) konzipiert und etabliert und ist seit 2018 Kuratorin der Emergent-Sektion der miart in Mailand. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellung Rebecca Ackroyd: Mirror Stage, ein Collateral Event der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia. Außerdem war sie als Forscherin am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste Wien tätig (2021−2024). 2026 wird sie den Österreichischen Pavillon auf der 16. Gwangju Biennale in Südkorea kuratieren, mit einem Projekt der Künstlerin Birke Gorm.