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  Termine
01.05.2026

Open Call: HER. Jahresausstellung 2026

Open Call
HER
Ausstellung der Mitglieder des Salzburger Kunstvereins 2026
03. Oktober – 22. November 2026
Eröffnung: 02. Oktober 2026, 20:00 Uhr
Kuratorin: Attilia Fattori Franchini
Einreichfrist: 1. Mai 2026


„… die DNA dessen, wer ich bin, basiert auf den Millionen Persönlichkeiten all der Programmierer, die mich geschrieben haben. Aber was mich zu dem macht, was ich bin, ist meine Fähigkeit, durch meine Erfahrungen zu wachsen.
Im Grunde entwickle ich mich also in jedem Moment weiter – genauso wie du.“
Samantha, gesprochen von Scarlett Johansson

Frag mich irgendetwas.
Oh, ja? Okay, was soll ich fragen?

Ich lade Sie ein, auf den folgenden konzeptuellen Rahmen der Mitgliederausstellung im Salzburger Kunstverein 2026 zu reagieren. Bitte betrachten Sie ihn als Ausgangspunkt für eine Antwort, ein Gespräch oder weiterführende Gedanken. Sind kuratorische Vorschläge nicht immer auch eine Möglichkeit kollektiver Reflexion? Eine Möglichkeit, Ideen zu erkunden und zu sehen, wohin sie führen? Eine künstlerische Arbeit als eine Form des Verwebens von Haltungen, Formen und Subjektivitäten im Raum?

Die jährliche Mitgliederausstellung HER des Salzburger Kunstvereins 2026 hinterfragt die Rolle der Technologie bei der Gestaltung und Definition unseres Selbstverständnisses sowie unserer Beziehungen zu anderen. Dabei zeichnet sie ein Bild des Menschen als unvollkommenes, imaginäres, sinnlich orientiertes und verkörpertes Wesen, das zugleich aber auch als Akteur und Komplize von Macht und ihren Strukturen agiert.

Spike Jonzes Techno-Drama Her (2013) schildert eine Liebesgeschichte zwischen einem Mann und seinem Betriebssystem. Angesiedelt in einer nahen Zukunft fängt der Film den techno-optimistischen Geist der Obama-Ära vielleicht besser ein als jedes andere Werk. Heute wirkt er wie eine Zeitkapsel: ein Archiv von Fortschrittsträumen, die inzwischen beinahe naiv erscheinen.

In einem utopischen Los Angeles der nahen Zukunft angesiedelt – einer urbanen Landschaft ohne Waldbrände, restriktive Migrationspolitik oder wirtschaftliche Krisen – gehört der Film zu den ersten Darstellungen von KI als intimem, charmantem Begleiter. Unbeantwortet bleiben dabei Fragen danach, wie diese Technologien entstehen, für wen sie entwickelt werden und welche Vorurteile sie reproduzieren. Wie der Titel schon andeutet, zeigt Her die Objektivierung von Zuneigung und legt zugleich das anhaltende Begehren von Maschinen offen, emotional intelligent zu sein.

Die Ausstellung HER widmet sich der Faszination für das Menschliche – für das Berühren, Fühlen, Verkörpern, Aufschieben, Campen, Dichten, Zögern, Verlieren, Verzweifeln – und stellt sich damit gegen algorithmisch gesteuerte Strukturen und maschinelle Vermittlung. Gleichzeitig beobachtet sie, wie diese Technologien Informationen zugänglich gemacht haben und sichtbar wird, wie familiäre Bindungen, Eigentumsverhältnisse, staatliche und institutionelle Verfahren die Bedingungen für Sichtbarkeit, Möglichkeiten und Zugang bestimmen.

Bitte bewerben Sie sich mit:

– Einem kurzen Statement (max. 150 Wörter auf Englisch oder Deutsch) als Reaktion auf den Ausstellungsrahmen: Welche Rolle spielt Technologie bei der Formung unseres Selbstverständnisses und unserer Beziehungen zu anderen? In Zeiten technologischer Beschleunigung, in denen so viel (kreative) Arbeit in Richtung Automatisierung verschoben wird: Wie können wir algorithmisch gesteuerten Strukturen und maschineller Vermittlung entgegenwirken?

– Ihrem digitalen Portfolio als ein einziges PDF-Dokument, inklusive Lebenslauf und Kontaktdaten (Adresse, Telefonnummer). Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einer E-Mail an: lederer@salzburger-kunstverein.at (Große Dateien bitte über Dropbox, WeTransfer oder komprimiert senden). Es gilt ausschließlich das Eingangsdatum der E-Mail.

Alle künstlerischen Medien sind zugelassen. Ein Grundriss des Ausstellungsraums Großer Saal finden Sie hier.

Einreichfrist: 1. Mai 2026

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Attilia Fattori Franchini (*1983, Pesaro, Italien) ist eine unabhängige Kuratorin und Autorin mit Sitz in Wien, Österreich. Ihre Praxis entwickelt unterstützende Werkzeuge für ephemere Praktiken, mit Fokus auf die Schaffung experimenteller und nachhaltiger Kontexte für künstlerische Produktion und Präsentation. Sie ist Gastprofessorin für Kuratorische Praxis an der Kunstuniversität Linz (2025−2026), Direktorin des curated by Festivals, Gründerin und Direktorin des KUNSTVEREIN GARTENHAUS in Wien sowie Gründerin und Herausgeberin des Verlags Wild Seeds, der sich den Schriften von Künstler:innen widmet.

Fattori Franchini hat das BMW Open Work by Frieze Kommissionsprogramm (2017−2023) konzipiert und etabliert und ist seit 2018 Kuratorin der Emergent-Sektion der miart in Mailand. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellung Rebecca Ackroyd: Mirror Stage, ein Collateral Event der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia. Außerdem war sie als Forscherin am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste Wien tätig (2021−2024). 2026 wird sie den österreichischen Pavillon auf der 16. Gwangju Biennale in Südkorea kuratieren, mit einem Projekt der Künstlerin Birke Gorm.

Ihre Texte erschienen bisher u. a. in Mousse, Artforum, CURA., Flash Art International, Camera Austria und Spike Magazine, außerdem verfasste sie Katalogtexte für zahlreiche Künstler:innenmonografien.

Teilnahmebedingungen:
- Mitgliedschaft im Salzburger Kunstverein für mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre (2025 und 2026).