Neue Edition von Ryan Gander: 100 Things Twice
Anlässlich der Ausstellung Ryan Gander: One Hundred Things Twice ist eine neue Edition des Künstlers erschienen: ein spielerisches Experiment aus Typografie, Assoziation und konzeptueller Kunst. Zum Sammeln, Kombinieren und Neu-Sehen – eine Einladung, über die Grenzen vertrauter Logik hinauszudenken. Hier erhältlich
Ryan Gander
100 Things Twice
Don’t define, label or box
Ein Spiel typografischer Erinnerungen.
Ein Spiel konzeptueller Kunst-Dominos.
Finde die passenden Karten, bilde Paare, ziehe unlogische Schlussfolgerungen und entdecke neue Perspektiven.
SPIELANLEITUNG
Man sagte, meine Art zu spielen sei ungeordnet.
Offenbar spielte ich mit Dingen auf eine Weise, die von ihrem Designer oder Hersteller nie vorgesehen war. Das schien sie zu irritieren. Tatsächlich aber – ohne dass ihnen das damals bewusst war – meinten sie wohl, dass ich einen neugierigen und kreativen Geist hatte.
Ein Freund erklärte mir einmal: Einen Lichtschalter kann man natürlich betätigen. Man kann ihn aber auch ablecken, ignorieren, über ihn nachdenken, ihn fotografieren, einschmelzen, seine Protonen durch einen Teilchenbeschleuniger jagen, ein Gedicht über ihn schreiben, für ihn beten, gegen etwas anderes eintauschen, recyceln und sich an ihn erinnern, ihn mit KI ausstatten und ihm erlauben, einen an der Leine spazieren zu führen. Aber nichts davon macht ihn zu etwas anderem als einem Lichtschalter.
Man sagte, meine Art zu spielen sei unlogisch. „Unangemessenes“ Spielen ist der Auslöser für Dinge jenseits der Sprache: Objekte, Formen, Licht, Schatten, Zeichen, Bedeutungsträger, Muster, Spuren. Wir sehen Dinge, die noch nicht einmal einen Namen haben. Sie sind so abstrakt, dass es für sie noch gar kein Wort gibt.
—Ryan Gander
5020 Salzburg
Österreich
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