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Studio Space
03.10.2026 - 22.11.2026

Peter Schreiner

Parallel zur Jahresausstellung 2026 zeigen wir im Studio eine Ausstellung von Peter Schreiner, dem Gewinner des Förderpreises 2025 des Landes Salzburg und des Salzburger Kunstvereins.

Jurystatement
Niklas Koschel, Agnes Scherer, Beate Terfloth

Die Jury freut sich, den Förderpreis 2025 an Peter Schreiner zu vergeben. Seine konzeptuell angelegten Werkgruppen stellen die Betrachtenden vor Rätsel. Rätsel, die in ästhetischer Leichtigkeit aufscheinen, aber nicht in Leichtigkeit zu lösen sind.

Peters Schreiners künstlerische Verwendung von Verfahren aus Archivarbeit, Dokumentation und Geschichtswissenschaft blickt auf Alltagswelten. Insbesondere durch Findung, poetische Wertung und Wiederverwertung bestehender Bilder und Gegebenheiten, schafft er ein lyrisches Missverständnis von Erinnerung und Geschichtsnarrativierung. An der Schnittstelle von dokumentarischem Anspruch und erzählerischer Konstruktion verweist er auf die rezeptiven Bedingungen unserer Beziehung zu Bildlichkeit.

In der Fokussierung auf diese Dimension des Bildes beweist Schreiner besondere Zeitgenossenschaft. Er etabliert ein Bildverständnis jenseits der Opposition von Wahrheit und Fälschung. Dabei macht er Qualitäten sichtbar, die bestimmen, wie wir Bilder lesen, welche Bedeutungen wir ihnen zuschreiben und wie diese Bedeutungen sich im Prozess der Betrachtung kontinuierlich transformieren.

Bei aller Betonung der sozialen, historischen und konzeptuellen Bildbedeutung weiß Schreiner durch die phänomenale Präsenz des Einzelbildes zu verführen. Widerständig gegen strukturelle Einschränkungen künstlerischen Denkens und Handelns – wie beispielsweise den Trend zur zeitökonomischen Rezeption – manifestiert sich seine Arbeit in behutsamen, vom Inhalt diktierten Arbeitsprozessen und Präsentationsformen. 

Mit der Verleihung des Preises an Peter Schreiner würdigt die Jury einen zwischen Wien und Salzburg arbeitenden Künstler, dessen künstlerische Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur zeitgenössischen fotografischen Praxis leistet. Seine Arbeit fordert die Einlassung auf die Unmöglichkeit finaler Antworten und verwandelt so Unsicherheit in Denkräume. In einer Zeit postfaktischer Wirklichkeitsproduktion betont sie die epistemische Verantwortung der Betrachtenden und fordert jenes Bewusstsein für Perspektivität ein, das im kritischen Umgang mit Bildern notwendig ist. 

Peter Schreiner (*1980, Hallein, AT) studierte Geschichte an der Universität Wien sowie Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Von 2010 bis 2013 war er im Erich Lessing Kunst- und Kulturarchiv in Wien tätig. Ab 2017 arbeitete er als kuratorischer Assistent für Fotografie und Medienkunst am Museum der Moderne Salzburg. Seit 2018 ist er Mitglied im FOTOHOF Salzburg und seit 2019 Senior Lecturer in der Klasse für Fotografie und Neue Medien an der Universität Mozarteum Salzburg. 2022 erhielt er ein Staatsstipendium für Fotografie des BMKOES.
Seine Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter die Fotosammlung des Bundes am Museum der Moderne Salzburg, die Sammlung des Salzburger Museumsvereins, die Sammlung des Landes Salzburg sowie die Sammlung der Stadt Salzburg. Peter Schreiner lebt und arbeitet in Wien und Salzburg.

Bild: Peter Schreiner, aus: Elementare Erscheinungen, 2024/2025, Pigmentprints auf Washi-Papier, 170 x 112 cm, courtesy of the artist.