Zurück
  Termine
13.12.2025

Förderpreisträger 2025: Peter Schreiner

Foto: © Nadine Weixler, Bildrecht Wien, 2025

Förderpreisträger 2025 des Landes Salzburg und des Salzburger Kunstvereins: Peter Schreiner

Der Salzburger Kunstverein vergibt auch 2025 gemeinsam mit dem Land Salzburg den Förderpreis in der Höhe von 3.000 Euro. Die diesjährige Jury – bestehend aus Niklas Koschel (Kunsthistoriker, Kurator und Mitbegründer des Online-Magazins magazin53a), Beate Terfloth (Künstlerin, ehemalige Professorin für Grafik an der Universität Mozarteum und Vorstandsmitglied des Salzburger Kunstvereins) und Agnes Scherer (Künstlerin und Professorin für Malerei an der Universität Mozarteum Salzburg) – prämierte aus 75 Bewerber:innen den Künstler und Fotografen Peter Schreiner als Förderpreisträger 2025.

Jurystatement
Niklas Koschel, Agnes Scherer, Beate Terfloth

Die Jury freut sich, den Förderpreis 2025 an Peter Schreiner zu vergeben. Seine konzeptuell angelegten Werkgruppen stellen die Betrachtenden vor Rätsel. Rätsel, die in ästhetischer Leichtigkeit aufscheinen, aber nicht in Leichtigkeit zu lösen sind.

Peters Schreiners künstlerische Verwendung von Verfahren aus Archivarbeit, Dokumentation und Geschichtswissenschaft blickt auf Alltagswelten. Insbesondere durch Findung, poetische Wertung und Wiederverwertung bestehender Bilder und Gegebenheiten, schafft er ein lyrisches Missverständnis von Erinnerung und Geschichtsnarrativierung. An der Schnittstelle von dokumentarischem Anspruch und erzählerischer Konstruktion verweist er auf die rezeptiven Bedingungen unserer Beziehung zu Bildlichkeit.

In der Fokussierung auf diese Dimension des Bildes beweist Schreiner besondere Zeitgenossenschaft. Er etabliert ein Bildverständnis jenseits der Opposition von Wahrheit und Fälschung. Dabei macht er Qualitäten sichtbar, die bestimmen, wie wir Bilder lesen, welche Bedeutungen wir ihnen zuschreiben und wie diese Bedeutungen sich im Prozess der Betrachtung kontinuierlich transformieren.

Bei aller Betonung der sozialen, historischen und konzeptuellen Bildbedeutung weiß Schreiner durch die phänomenale Präsenz des Einzelbildes zu verführen. Widerständig gegen strukturelle Einschränkungen künstlerischen Denkens und Handelns – wie beispielsweise den Trend zur zeitökonomischen Rezeption – manifestiert sich seine Arbeit in behutsamen, vom Inhalt diktierten Arbeitsprozessen und Präsentationsformen. 

Mit der Verleihung des Preises an Peter Schreiner würdigt die Jury einen zwischen Wien und Salzburg arbeitenden Künstler, dessen künstlerische Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur zeitgenössischen fotografischen Praxis leistet. Seine Arbeit fordert die Einlassung auf die Unmöglichkeit finaler Antworten und verwandelt so Unsicherheit in Denkräume. In einer Zeit postfaktischer Wirklichkeitsproduktion betont sie die epistemische Verantwortung der Betrachtenden und fordert jenes Bewusstsein für Perspektivität ein, das im kritischen Umgang mit Bildern notwendig ist. 

Peter Schreiner (*1980, Hallein). Studium der Geschichte an der Universität Wien sowie Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Von 2010 bis 2013 Tätigkeit im Erich Lessing Kunst- und Kulturarchiv in Wien. Ab 2017 kuratorischer Assistent für Fotografie und Medienkunst am Museum der Moderne Salzburg. Seit 2018 Mitglied im FOTOHOF Salzburg. Seit 2019 Senior Lecturer in der Klasse für Fotografie und Neue Medien an der Universität Mozarteum Salzburg. 2022 Staatsstipendium für Fotografie (BMKOES). Öffentliche Sammlungen: Fotosammlung des Bundes am Museum der Moderne Salzburg, Sammlung des Salzburger Museumsvereins, Sammlung des Landes Salzburg, Sammlung der Stadt Salzburg. Peter Schreiner lebt und arbeitet in Wien und Salzburg.