Aline Bouvy
Den Abschluss unseres Programms 2026 bildet eine große Einzelausstellung von Aline Bouvy, die in Zusammenarbeit mit Casino Luxembourg entstanden ist. Nach ihrer Präsentation im Luxemburger Pavillon der Biennale di Venezia 2026 bespielt Bouvy sämtliche Ausstellungsräume des Kunstvereins mit einem immersiven Projekt, das Abjektion, Körperlichkeit und die prekären Architekturen zeitgenössischer Subjektivität aus feministischer Perspektive untersucht.
Aline Bouvy (*1974, Brüssel, Belgien) untersucht in einer konsequent multidisziplinären Praxis eine Vielzahl soziokultureller Fragestellungen, die das zeitgenössische Leben durchziehen. Sie entwirft eine Form von unvertrauter, losgelöster Freiheit gegenüber normativen Rahmenbedingungen, die unsere Begehren unbewusst strukturieren und die Grenzen moralischer wie ästhetischer Akzeptabilität vorgeben. Innerhalb dieses Deutungshorizonts zielt ihre Arbeit nicht darauf ab, sich am Rand der Gesellschaft zu positionieren, sondern vielmehr darauf, jene Materialien oder Rückstände, die gemeinhin als moralisch „unrein“ oder ästhetisch „abjekt“ codiert sind, wieder in den künstlerischen Prozess einzuschreiben. Auf diese Weise destabilisiert sie die Klassifikationssysteme, die die Produktion und Rezeption von Kunst bestimmen. Anstatt auf offene Provokation zu setzen, unternimmt Bouvy eine kritische Neubewertung dieser „Abfall“-Elemente und rückt deren rohe, anachronistische und häufig verleugnete Qualitäten in den Vordergrund.
Bouvys Arbeiten wurden europaweit und international ausgestellt. Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen zählen Hot Flashes im Casino – Forum d’Art Contemporain, Luxemburg (2025); Le Prix du Ticket in La Ferme du Buisson, Noisiel, sowie bei Triangle–Astérides, Marseille (beide 2024); Servant, Clown or Enemy in der Someday Gallery, Manhattan (2024); und Cruising Bye im MAC’S, Grand-Hornu (2022). 2026 wird sie Luxemburg auf der 61. Internationalen Kunstausstellung der Biennale von Venedig vertreten.
Bild: Aline Bouvy, E.T. The Excremential, 2025, Detail. Ausstellungsansicht Hot Flashes, 2025, Casino Luxembourg, courtesy of the artist and © Casino Luxembourg. Foto: © Philip Poppek.
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