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Großer Saal
23.05.2026 - 12.07.2026

Agnes Scherer

In einer großen neuen Installation verwandelt Agnes Scherer zwei Gemälde von Francisco Goya aus dem späten 18. Jahrhundert in eine begehbare Theaterkulisse, in der Malerei, Szenografie und Symbolsprache zu einem erweiterten Tableau sozialer Rituale und Manipulationen verschmelzen.

Agnes Scherer (*1985, Franken) thematisiert in ihrer Arbeit Machtverhältnisse und deren psychosoziale Grundlagen, weibliche Erfahrung, Seelenzustände in kapitalistischen Realitäten sowie das das unheimliche Wiederaufscheinen historischer Ordnungssysteme in der Gegenwart. Indem sie Skulptur, Malerei und Collage verbindet, erschafft sie szenische Installationen und performative Objekttheater, in denen oft die Marionette eine zentrale Rolle spielt. Als reale Figur oder auch nur als Denkfigur der Verstrickung kann sie komplexe Zusammenhänge sichtbar machen, die sich sonst der unmittelbaren Wahrnehmbarkeit entziehen. Scherers oft systemische Arrangements verlangen nach einem aktiv-interpretierenden Zusammenfügen aller Elemente, durch welches das eigentliche Bild als ein mentales entsteht. Ihre Formatfindungen stützen sich dabei auf kunsthistorische und anthropologische Studien sowie auf ein besonderes Interesse an populären Kunstformen der frühen Moderne, insbesondere im Bereich der Schaustellerkunst. Die Künstlerin lebt und arbeitet zwischen Franken, Deutschland, und Salzburg, Österreich, wo sie als Professorin für Malerei an der Universität Mozarteum Salzburg tätig ist.  

Bild: Agnes Scherer, Stargazing Mess, 2025, Mixed-Media-Installation, variable Dimensionen, Unikat. Courtesy of the artist and Sans titre, Paris. Foto: Aurélien Mole.