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2021
 
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News Aktuell

11.01.2021

Members Zone #62: Elisabeth Schmirl

Mitglieder des Salzburger Kunstvereins stellen ihre Arbeit vor.

Elisabeth Schmirl
Website/Portfolio: www.elisabethschmirl.at

Aus der Reihe: Vanishing Point, 2019-20
Whiteprints, (Diazotypie) gerahmt, veränderliches Unikat, 123 x 93 cm, courtesy of the artist

Elisabeth Schmirl ist eine Beobachterin von Systemen. Sie konzentriert sich auf Analogien zwischen natürlichen Kreisläufen (wie dem zirkulären Fluss des Wassers) und von Menschen geschaffenen Kreisläufen ‒ wie dem von Produktion und Abfall oder digitalen Systemen der Archivierung. Für Schmirl ist die künstlerische Praxis ein Mittel, die zunehmenden Hinterlassenschaften einer nach vorne strebenden Produktionsindustrie zu beobachten und zu hinterfragen.

In ihrer Serie „Vanishing Point“ arbeitet Elisabeth Schmirl mit Bildern von Wetterphänomenen, die aus digitalen Archiven stammen. Sie werden in einer Collage zusammengesetzt und bearbeitet und schließlich als Diazotypen belichtet. Im entstehenden Dialog zwischen dem Material und der Künstlerin werden die Bilder aus dem Potpourri des Archivs herausgelöst. Sie erhalten eine Struktur, eine Bearbeitung, sie folgen neuen Leitlinien, ‒ sie machen Sinn. Der spielerische mentale Prozess des Festhaltens und Loslassens, der sowohl durch das Betrachten von Wolken als auch durch das Durchforsten von Archiven entstehen kann, ist eine inhaltliche, formale und materialisierende Qualität von „Vanishing Point“. Die Collagen werden als handgefertigte, einzigartige Weißdrucke ausgestellt. Doch da Diazotypen auf Sauerstoff reagieren, ist den Ausstellungsprints ein Alterungsprozess eingeschrieben. Je nach Rahmung und Montage der Whiteprints unterliegen sie einer langsamen oder schnellen Entfärbung, die bis zur vollständigen Auflösung der Fotografien von „Vanishing Point“ führen kann.

Elisabeth Schmirl lebt und arbeitet in Salzburg, Wien und Innsbruck.

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